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Goslarsche Zeitung, 16. April 2011

Zinnfigurenmuseum öffnet Schatzkammer

Gleich zwei Sonderausstellungen werden am Sonntag in der Lohmühle eröffnet – Einblick in die Vielfalt der Welt in Zinn

 

Zwei auf einen Streich heißt es ab Sonntag im Zinnfigurenmuseum am Museumsufer. Gleich zwei Sonderausstellungen werden an diesem Tag um 11:30 eröffnet: eine „Rechtsgeschichte in Zinn“ und „Die Schatzkammer“. Beide Ausstellungen werden bis März 2012 zu sehen sein.

Hinter der Schatzkammer verbergen sich laut Museumsleitung ausgewählte Themen zu musealen Figuren, die zum überwiegenden Teil  im 19. Jahrhundert entstanden sind. Ein Glanzlicht ist ein Koffer mit Szenen zur Schlacht von Mars-la-Tour (1870), der im Spielzimmer von Knaben aus wohlhabenden Familien stand. In einer anderen Vitrine findet der Besucher das Spiel „Durch die Wüste“. Karl-May-Bücher, bekannte Karl-May-Figuren und Indianer aus Zinn oder Elastolin ergänzen die Darstellungen. Ein weiteres beliebtes Thema sind Szenen zur Geschichte der Feuerwehr,

In der zweiten Ausstellung wird in 20 Szenen mit etwa 700 Figuren ein Ausschnitt aus der Rechtsgeschichte widergespiegelt. Die Ausstellung beginnt bei den Gesetzestafeln von Moses, streift Gebiete wie das Urteil Salomos über die um ein Kind streitenden Frauen oder verschiedene Todesstrafen. In deren Darstellung kommt zum Ausdruck, dass nicht ein Einzelner, sondern die Gemeinschaft die Tötung vornahm, ohne direkt  Hand anlegen zu müssen.

Die Dioramen zeigen Thingversammlungen und Femegerichte bis hin zu Verfahren in den Gerichtssälen der Städte. Folterexponate aus dem Städtischen Museum ergänzen die Dioramen: Da in früheren Zeiten die Urteilsfindung auf der Schuldanerkennung durch den Angeklagten beruhte, mussten solche Geständnisse häufig mit der Folter erreicht werden. Die Ausstellungsmacher haben die Ergänzung der Welt in Zinn mit Folterwerkzeugen in Originalgröße bewusst gewählt, da Zinnfiguren im Größenverhältnis 1:60 die Grausamkeit und die brutale Wirklichkeit des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit oft verniedlichten.