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Goslarsche Zeitung, 22. März 2011

 

Zinnfiguren droht der Rausschmiss

 für Museumsleiterin Antje Baensch kommt die geplante Mittelkürzung einer Kündigung gleich

 

„Wir tun so, als ob die Ratsherren und –damen den Zuschuss nicht kürzen, denn dann müsstenwir dicht machen.“ Mit diesen Worten „garnierte“ Antje Baensch, Leiterin des Goslarer Zinnfigurenmuseums, eine Presseankündigung für einen geplanten „Flohmarkt“, der die neue Audioführung mitfinanzieren soll.

 

Die GZ fragte nach und traf auf eine zwischen Frust und Ärger hin- und herschwankende Museumschefin. „An der ganzen Diskussion ärgert uns am meisten, dass wir die Kürzungsabsichten erst aus der Zeitung erfahren mussten, dass nicht ein einziger Ratsherr oder eine Ratsdame uns einmal angesprochen hätte“, sagt Baensch. Die Schließungsdrohung ist ernst gemeint, mit 8000 Euro weniger im Jahr – das ist der angedachte Kürzungsbetrag – gehe es einfach nicht, so Baensch: „Ich stehe dann nicht mehr zur Verfügung.“

Das Museum, das vor drei Jahren den Umzug in die Lohmühle mit viel Eigenleistung schulterte und im neuen Standort eine „sagenhafte Chance“ für die Zukunft sah, hat sich gut entwickelt, ist auf dem Weg zu einem modernen Museumsbetrieb mit museumspädagogischem Schwerpunkt (Stichwort: Mitmachmuseum) einen großen Schritt vorangekommen.

Mehr als 100 Angebote für Kinder und Jugendliche gab es laut Baensch im vergangenen Jahr, und das mit wenig Personal, viel ehrenamtlichem Engagement und Spenden von Bürgern der Stadt. Zu den größten Förderern der Vergangenheit gehörte Peter Schenning.

Die Stadt schießt von den anfallenden 60 000 Euro Personalkosten für zwei hauptamtliche Mitarbeiter 33 000 Euro zu. Mit einem Mitarbeiter wäre die Aufrechterhaltung des Betriebes heute nicht mehr möglich, versichert Baensch. Von den 33 000 Euro führte das Museum im vergangenen Jahr 17 000 Euro an Eintrittsgeldern zurück, bleiben also 16 000 Euro „echter“ Zuschuß. Eine Kürzung um 8000 Euro wären demnach eine Kürzung von 50 Prozent, rechnet Baensch vor und verweist auf einen abgeschlossenen Vertrag mit dreijähriger Kündigungsfrist – die Höhe des städtischen Zuschusses sei Bestandteil des Vertrags.

Das Museum sei Verpflichtungen eingegangen und habe Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern übernommen, so die ehrenamtlich tätige Chefin. „Wut, Trauer, Enttäuschung und Verzweiflung haben sich bei uns breit gemacht. Soll alles umsonst gewesen sein?“ fragt Antje Baensch; man sei nicht ans Museumsufer gegangen, um nach drei Jahren wieder „rausgeschmissen“ zu werden. Die geplante Kürzung um 8000 Euro laufe darauf hinaus.

Der Flohmarkt zugunsten der Audioführung ist für den 2. und 3. April geplant (Bericht folgt).