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Goslarsche Zeitung v. 14. Oktober 2009

Mit dem Standort wachsen die Aufgaben

Zinnfiguren-Museum profitiert vom Umzug in die Lohmühle und will die museumspädagogischen Angebote für Schüler ausweiten

Ein neuer Vorstand wurde nicht gewählt, trotzdem stand der Punkt „Personelles“ im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Fördervereins des Goslarer Zinnfiguren-Museum, das eine positive Entwicklung  verzeichnet: Die Besucherzahlen steigen, die Angebote werden ausgeweitet – personell ist die Grenze des Machbaren erreicht.

„Im Großen und Ganzen sind wir jetzt fertig“, verkündete Antje Baensch, die Vorsitzende des Fördervereins, nach 17 Monaten im neuen Domizil in der Lohmühle. Einige Vitrinen wurden noch verbreitert, überall Sitzgelegenheiten mit neuen Tischen und Stühlen auf den Etagen geschaffen. Der Verein fühle sich im Haus sehr wohl. Die Besucher offensichtlich auch, das zeigt der Blick auf die Zahlen ebenso wie die Eintragungen ins Gästebuch.

Neues Informationsmaterial

Positive Nachrichten haben heute Seltenheitswert – Baensch hat einige parat. Der Verein kann, unterstützt durch den Lions Club Goslar Kaiserpfalz, eine neue Mappe präsentieren, die Informationsbroschüren zu allen Ausstellungsteilen beinhaltet. Käuflich zu erwerben ist zum Preis von 9,95 € ab sofort auch eine (von der Sparkasse mitfinanzierte) DVD, die zu einer Reise durch das Mittelalter und die Neuzeit einlädt. Der Titel lautet „1000-jähriges Goslar en miniature“, enthalten ist darauf eine erweiterte Fassung der Software, die auf den Infoterminals des Museums zur Verfügung steht inklusive Spiel und Quiz.

Es ist die Aufgabe des zweiten Vorsitzenden des Fördervereins, sich um Kontaktpflege und Sponsoring zu kümmern – ein Fall für Dr. Uwe Thieme. Seit der Jahreshauptversammlung 2008 steht der ehemalige Vorsitzende der neu gewählten Vorsitzenden Antje Baensch als Stellvertreter zur Seite. Um die Finanzen kümmert sich Manfred Krüger, um die Schriftführung Birgit Bierdel. Stadtarchivar Ulrich Albers stellt im Zinnfiguren-Museum ehrenamtlich den Bezug zur Stadtgeschichte her. „Der Vorstand harmoniert, es läuft alles prima“, sagte Baensch.

Die Besucherspitze hatte das Museum im Mai 2008. Viele Menschen kamen zur Eröffnung oder benutzten den Internationalen Museumstag, um einen Blick ins neue Domizil zu werfen. Die Besucherzahl von fast 2500 in nur einem Monat konnte bislang nicht überboten werden, obwohl die Zahlen der Folgemonate im Vergleich mit dem Vorjahr kontinuierlich höher ausfielen.

Gefragte Werkstatt

Im Juli 2009 waren die Einnahmen mehr als doppelt so hoch wie im Juli 2008, was Baensch vor allem den Ferienangeboten im Museum zuschreibt – in der offenen Werkstatt wurde noch nie so viel gegossen, wie in diesen Sommerferien. „Wir kommen zu nichts mehr“, beschreibt die Vorsitzende den aktuellen Stand in der Miniaturenwelt – die museumspädagogischen Angebote würden so gut genutzt, dass kaum Zeit bleibe, neue Führungen, Aktivitäten und themenzentrierte Angebote auszuarbeiten. Dabei will Baensch „noch gezielter an die Schulen rangehen“. Gerade Schulkinder könnten in der Lohmühle von der visualisierten historischen Situation profitieren – Geschichte zum Ansehen.

Im nächsten Jahr steht das 25-jährige Bestehen des Zinnfiguren-Museums an, neue Ausstellungen sind in der Grobplanung. Bis um 17. März wird zunächst noch die Fantasy-Ausstellung zu sehen sein, ein Aktions- und Mitmachtag führt Interessenten am Samstag, 17. Oktober von 11 bis 17 Uhr in der Lohmühle zusammen, um unter anderem eigene Manga- oder Science-Fiction-Figuren anzufertigen.

Zwischenlösung für den Mann der Zukunft

Vereinsvorstand will vorübergehend eine zweite hauptamtliche Kraft beschäftigen

Angesichts des erhöhten Arbeitsaufwands im Zinnfiguren-Museum (siehe Bericht oben) befasste sich der Förderverein des Zinnfiguren-Museums auf seiner jüngsten Jahreshauptversammlung mit personellen Fragen, insbesondere mit der Nachfolge von Wolfgang Frank.

Der einzige hauptamtliche Mitarbeiter des Zinnfiguren-Museums geht zwar erst in drei Jahren in den Ruhestand, in Patrick Kruse sieht der Vorstand jedoch den perfekten Nachfolger – und hofft auf eine Zwischenlösung für den 29jährigen. Kruse, ein gelernter Bürokaufmann, sei interessiert und neugierig, für nahezu alles einsetzbar, könne auf Menschen zu- und mit Kindern umgehen, die Homepage betreuen und das Kaufmännische abwickeln – Museumschefin Antje Baensch ist schlicht begeistert. Beide Seiten hätten sich seit zwei Jahren auf Herz und Nieren geprüft und füreinander entschieden.

Nach seinem Berufseinstieg in einer Immobilienfirma war Kruse über den Umweg der Arbeitslosigkeit zum Zinnfiguren-Museum gekommen. Die Häuser, mit denen er heute zu tun hat, sind kleiner geworden, die Abwechslung größer. Wenn es im Museum richtig brummt, ist der Wolfshäger in seinem Element – und das Handwerkliche lernt er bei seinem Lehrmeister Wolfgang Frank.

Bleibt „nur“ noch die Frage der Finanzen zu klären: Der Verein muss das Geld für einen zweiten Mann selbst erwirtschaften. Und das, obwohl er bereits 20 Prozent der bislang einzigen hauptamtlichen, von der Stadt bezahlten Stelle bestreiten muss.

Baensch ist trotzdem optimistisch, sieht ein Jahr bereits durch Rücklagen finanziert, hofft auf stetiges Interesse am Museum, auf wieder steigende Mitgliederzahlen und einen florierenden Verkauf von Zinnfiguren – und vielleicht noch auf weitere Ideen. Schließlich sei schon jetzt Arbeit genug für zwei hauptamtliche Kräfte da – und ohne die ehrenamtlichen gehe es sowieso nicht.