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Goslarsche Zeitung 27. März 2009

Von Trollen, Elfen und Barbaren

Die Sonderausstellung „Manga, Science Fiction, Fantasy“ eröffnet morgen im Goslarer Zinnfigurenmuseum

Mit gespanntem Bogen steht Legolas zwischen hohen Tannen. Der Elb zielt auf einen Mann mit weißem langen Bart und einem Wanderstab in der Hand. Legolas erkennt den weißen Zauberer Gandalf nicht wieder.

Diese Szene aus der „Herr der Ringe“-Trilogie ist Teil der Ausstellung „Manga, Science Fiction, Fantasy“, die morgen im Zinnfigurenmuseum Goslar eröffnet wird. Auf zwei Etagen zeigt das Museum Elfen, Trolle, nackte Amazonen, Drachen, Mumien und Roboter.

Etwas ganz Neues

In den Glasvitrinen stehen sowohl einzelne Figuren als auch ganze Landschaften. Einige Szenen spielen auf Bühnen oder in kleinen Bilderrahmen. „Die neue Ausstellung ist ganz anders als unsere Dauerausstellung“, erklärt Maler und Ausstellungsleiter Alain Gendre. „Die Zinnfiguren zeigen eine Fantasywelt – aber mit geschichtlichen Elementen.“ In Glasvitrinen sieht der Besucher etwa römische Gladiatoren gegen Untote kämpfen oder Drachen, die von Amazonen als Haustiere und Begleiter gehalten werden.

„Die Figuren zeigen eine unheimliche Vielfalt und Kreativität“, sagt Museumsleiterin Antje Baensch. Ein Objekt zu gestalten dauere mehrere Tage. Soviel Zeit nehmen sich die 28 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fantasy gerne. Sie sind Teil der Deutschen Gesellschaft der Freunde und Sammler historischer Zinnfiguren, kurz KLIO genannt. „Mit der Science Fiction haben wir das letzte Kapitel unserer AG errreicht“, so die Arbeitsgemeinschaft Fantasy.

Goslar ist die zweite Stadt, in der die ungewöhnliche Ausstellung zu sehen ist. Zuvor stand sie im niederländischen Zinnfigurenmuseum in Ommen. Dort beschäftigten sich 240 Dioramen mit dem Thema Manga, Science Fiction und Fantasy. In Goslar wird der Großteil dieser Ausstellung zu sehen sein. „Ein Diorama dürfen wir am Ende als Dauerausstellungsstück behalten“, freut sich Baensch.

Filmszenen nachgebaut

„Wenn man durch die Ausstellung läuft, entdeckt man immer wieder neue Details“, sagt Gendre, „die präzise Bemalung ist beeindruckend.“ In Vitrinen sind Szenen aus „Fluch der Karibik“ oder dem antiken Troja nachgebaut. „Märchen oder die griechische Mythologie gehören ebenso zur Fantasy wie Drachen tötende Frauen“, meint Gendre.

Das große Interesse an Fantasy habe erst  der Film „Herr der Ringe“ ausgelöst. Die AG Fantasy hat sowohl Szenen diese Films naturgetreu nachgebaut als auch ihre eigene Fantasie spielen lassen. Bei den Zinnfiguren aus den Serien „Star Wars“ und „Raumschiff Enterprise“ war es ähnlich. Aus den Vitrinen gucken den Besucher Luke Skywalker, Darth Vader oder der Roboter R2D2 an. Auf einem selbst gestalteten Spielfeld können sich mehrere Spieler duellieren, indem sie ihre Armeen aus Orks, Eldar und Menschen gegeneinander kämpfen lassen. Der Fantasy mit ihren Elfen, Drachen und Trollen räumt die Ausstellung den größten Raum ein. Science Fiction und Manga füllen jeweils eine große Vitrine. Im Japan steht der Begriff Manga lediglich für gedruckte Comics. In Europa bezeichnet man die japanischen Animationsfilme ebenfalls als Mangas. Die ausgestellten Mädchenfiguren sind zum Großteil Abbilder der Serienheldinnen. Ein Comic von Schülern aus Potsdam ergänzt die Ausstellung.

Düster und dunkel wirkt hingegen der Abschnitt zum Thema Endzeit. Dargestellt wird die Welt nach einem Atomkrieg. Der Besucher sieht zerstörte Panzer, Ruinen, Müll und abstoßende Kreaturen.

Für Sammler und Jugend

Die aufwändige und genaue Bemalung begeistere besonders Sammler und Kenner. Die Ausstellung richte sich aber auch an die Fans der Figuren, oft Kinder und Jugendliche, erklärt Gendre. Die AG Fantasy schreibt dazu: „Sie lieben Geschichten vom Kampf Gut gegen Böse, von strahlenden Helden, urzeitlichen Monstern, knapp bekleideten Amazonen, mächtigen Zauberinnen, muskelbepackten Barbaren und Zwergen? – Ja dann los!“